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Gottesdienste 2020
                                                                            
                                    


Für alle Gemeinden:

09.08.2020, 09.45 in der Adventskirche Niedervellmar (Pfr. D.Kulik)
16.08.2020, 09.45 in der Adventskirche Niedervellmar (Pfr. T.Vogt)
23.08.2020, in der Adventskirche Niedervellmar
    • 09.00 Festgottesdienst zur Konfirmation Gruppe 1, Pfr. A.Hocke
    • 11.00 Festgottesdienst zur Konfirmation Gruppe 2, Pfr. A.Hocke

Die Gottesdienste sind möglich mit bis zu 55 Teilnehmerinnen u. Teilnehmern

Madame Bovary in tausend Zwängen
 
An(ge)dacht zum 9. Sonntag nach Trinitatis 2020 (9. August 2020)
 
von Pfarrer Thomas Vogt, Adventskirche Niedervellmar

 
Bei ähnlich brütender Hitze wie dieser Tage sitze ich im Garten von Frau Wittlich. Eine schon ältere, ziemlich strenge Französischlehrerin. Es waren die Sommerferien 1981. Ich war 14. Zwei Mal pro Woche fuhr ich mit dem Linienbus in den abgelegenen Vorort ihres schmucken Eigenheims. Irgendetwas ist in diesem Jahr passiert, hat sich verändert bei mir. Jedenfalls hat mich der Konfirmandenunterricht zu einer konsequenten Entscheidung herausgefordert. Ich wollte Pfarrer werden. Um dieses Ziel als Realschüler zu erreichen, musste nun ein Jahr der zweiten Fremdsprache nachgelernt werden. Zu Beginn der 7. Klasse habe ich nicht im Traum daran gedacht, mich dort einzuwählen: Zu bequem, zu faul war ich und wählte stattdessen Polytechnik.  Das erste Mal in meinem Leben wusste ich, was ich wollte. Und dafür war mir Französischlernen wichtiger als Ausschlafen und Schwimmbad.
 
Darum geht es an diesem Sonntag. Mach etwas aus deinem Leben, sieh auf deine Möglichkeiten und Potenziale und schöpfe sie aus. Das Evangelium (Matthäus 25, 14-30) erzählt davon, dass der Verwalter weggeht und seine Bediensteten mit einem Grundkapital zurücklasst. Der erste bekommt 5 Zentner, der zweite 2 und der dritte schließlich einen Zentner. Die beiden ersten verdoppeln ihr Kapitel, bis der Verwalter zurückkehrt. Sie machen etwas aus dem, was ihnen anvertraut wurde. Dafür erhalten sie alles erdenkliche Lob des Dienstherrn. Der dritte versteckt seinen Zentner und lässt ihn unangetastet und empfängt dafür große Kritik.
 
Der christliche Glaube lädt uns dazu ein, fordert uns auf, etwas mit den eigenen Möglichkeiten zu gestalten, das Beste an sich zu entdecken. Über sich selbst hinauszuwachsen und sich mit dem Gegebenen nicht zufrieden zu geben, eben keine kleinen Brötchen zu backen.
 
Jahre später im Leistungskurs Französisch machte ich literarische Bekanntschaft mit Gustave Flauberts „Madame Bovary“, einer Frau gefangen in den Zwängen von Konventionen, die nichts als Tristesse und Langeweile in ihrem Leben empfindet. Als Gattin eines Arztes stellte sie schnell fest, wie einfach strukturiert ihr Mann ist und wie ihr die Fesseln der Erwartungen die Luft zum Atmen nahmen. Immer mehr steigert sie sich in Depression und Luxussucht hinein und wählt am Ende den Freitod.
 
Gefangen in Konventionen spüre auch ich diesen Druck, der schnell in Lustlosigkeit und Lethargie umzuschlagen droht. Neu das Leben spüren, etwas riskieren, sich ausprobieren, das sind Elixiere des Lebens, von denen das Evangelium kündet. Lass dich nicht einsperren, festlegen, sondern entdecke dich immer wieder neu. In der Nähe Jesu konnten Menschen diese wohltuende Erfahrung machen.
 
Frau Wittlich bin ich bis heute so sehr dankbar. Gegen alle Gewohnheiten hat sie als Lehrerin ihre wertvolle Sommerferienzeit geopfert, um einem spät Entschlossenen ein Jahr Französisch beizubringen. Mit viel Geduld und Bereitschaft, mit mir über den eigenen Schatten zu springen. Ihre Investition an Zeit und Rat hat mir einen neuen Weg eröffnet. Wie wohltuend, wenn Menschen auf diese Weise das Evangelium von den anvertrauten Talenten erhellen.

Jeden Sonntag und zu den kommenden Festtagen können Gläubige ab 9 Uhr  eine Video-Andacht sehen, über alle Onlinekanäle der Evangelischen  Kirche von Kurhessen-Waldeck
Internetseite www.ekkw.de

hörBar
     FÜR DIE SEELE
Andacht am Telefon 0561-22073690

FAVorite Evangelisch in Fuldatal - Ahnatal - Vellmar

Wochenspruch
Judika, 29.03.2020
Der Men­schen­sohn ist nicht ge­kom­men, dass er sich die­nen las­se, son­dern dass er die­ne und gebe sein Le­ben als Lö­se­geld für vie­le.  
Mt. 20,28
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